Zeitgenössisches Musikleben zwischen Tradition und Innovation

Donau-Universität Krems (pts030/12.09.2017/15:30) – Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Musik und den beruflichen Anforderungen an MusikerInnen spielt seit vielen Jahren eine bedeutsame Rolle an der Donau-Universität Krems. Durch das in den vergangenen Jahren stetig erweiterte Forschungs- und Aufgabenspektrum erfolgte jüngst die Umbenennung des „Zentrums für Zeitgenössische Musik“ in „Zentrum für Angewandte Musikforschung“, um somit auch nach außen sichtbar auf die Veränderungen sowohl hinsichtlich aktueller Forschungsfragen als auch in der beruflichen Praxis hinzuweisen. Denn neben der Auseinandersetzung mit den Herausforderungen des Berufsfeldes Musik rückt verstärkt die Beschäftigung mit dem musikalischen Erbe in den Mittelpunkt von Forschung und Lehre.

Die jüngst vollzogene Umbenennung des „Zentrums für Zeitgenössische Musik“ in „Zentrum für Angewandte Musikforschung“ an der Donau-Universität Krems soll die transdisziplinäre Ausrichtung der Forschung und Lehre nach außen stärker sichtbar machen. „Der neue Name spiegelt nun deutlicher den Fokus unserer Arbeit wider, der sich durch zahlreiche Projekte in den vergangenen Jahren akzentuiert hat. Durch unsere anwendungsorientierte Forschung verstehen wir uns als Brückenbauer zwischen Theorie und Praxis“, so Mag. Dr. phil. Eva Maria Stöckler, Leiterin des Zentrums für Angewandte Musikforschung.

Das musikalische Erbe wieder spiel- und hörbar machen

Die Musikwissenschaftlerin identifiziert dabei zwei Bereiche, die kennzeichnend für das wissenschaftliche Portfolio des Zentrums in Forschung und Lehre sind: Erstens liegt ein Schwerpunkt in der Auseinandersetzung mit dem musikalischen Erbe. Hierbei ist insbesondere auf die Erforschung klösterlicher Musikarchive und die an der Donau-Universität Krems befindliche Sammlung Mailer (Strauss-Archiv) hinzuweisen. Letzteres umfasst über 100.000 Dokumente zur Musik und zum Leben der bekannten österreichischen Musiker-Dynastie. Zudem beteiligt sich das Zentrum mit seiner Expertise an der kürzlich gegründeten kulturtouristischen Initiative „Haydnregion Niederösterreich“.

Das Interesse der ForscherInnen am Zentrum für Angewandte Musikforschung beschränkt sich jedoch keineswegs nur auf die Bewahrung und wissenschaftliche Erschließung der musikalischen Schätze, sondern es wird das Ziel verfolgt, diese in die Gegenwart zu transferieren, sprich wieder spiel- und hörbar zu machen. „Aktuell geplant ist Musik aus niederösterreichischen Klosterarchiven herauszugeben, um es Orchestern zu ermöglichen, diese wieder zu spielen“, so Eva Maria Stöckler.

Multitalente MusikerInnen

Ein zweiter Schwerpunkt des Zentrums liegt im Musikberuf, der in den vergangenen Jahren vielfältigen Veränderungsprozessen ausgesetzt war und deutlich an Komplexität gewonnen hat. Erfolgreiche MusikerInnen müssen heute nicht nur ihre künstlerischen Fähigkeiten perfektionieren, sondern auch profundes wirtschaftliches und technisches Know-how haben. Aktuell wird ein umfangreiches Forschungsprojekt konzipiert, welches sich mit Aspekten der Professionalisierung im Berufsfeld der MusikerInnen auseinandersetzt und nach den dafür notwendigen Kompetenzen – jenseits der künstlerischen Fähigkeiten – fragt.

Die international anerkannte Lehre des Zentrums baut auf diesen umfangreichen Forschungsansätzen sowie der Expertise von zahlreichen Lehrenden aus der Praxis auf und umfasst Lehrgänge aus den Bereichen Musikmanagement, Musikvermittlung, Musik für audiovisuelle und interaktive Medien und rechtliche Dimensionen der Musikwirtschaft.

„Das Zentrum für Angewandte Musikforschung ist ein wichtiger Teil des Forschungsprofils unseres Departments für Kunst- und Kulturwissenschaften und leistet einen wichtigen Beitrag zur kulturwissenschaftlichen Forschung und Lehre in der Region, in Österreich und auch international“, so Univ.-Prof. Dr. Anja Grebe, Leiterin des Departments für Kunst- und Kulturwissenschaften.

Nähere Informationen: http://www.donau-uni.ac.at/musik

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Aussender: Donau-Universität Krems Ansprechpartner: Dr. Eva Maria Stöckler Tel.: 02732 893 2574 E-Mail: eva.stoeckler@donau-uni.ac.at Website: www.donau-uni.ac.at