Oö. Volksblatt: „Haarspalterei“ (von Harald ENGELSBERGER)

Linz (OTS) – Das Gezeter war wieder einmal groß: Grund ist eine Äußerung von Bundeskanzler Sebastian Kurz, mit der er im Disput mit Wien um die dortige Weigerung einer Umsetzung der Mindestsicherung die Tatsachen gerade rücken wollte. „Ich glaube nicht, dass es eine gute Entwicklung ist, wenn immer weniger Menschen in der Früh aufstehen, um zu arbeiten und in immer mehr Familien nur mehr die Kinder in der Früh aufstehen, um zur Schule zu gehen“, sagte Kurz und meinte die Diskrepanz, dass erstens in Wien die Arbeitslosigkeit noch immer bei 13 Prozent liegt und zweitens arbeitende Menschen nicht weniger Geld im Monat bekommen sollten als Mindestsicherungsbezieher. Festgemacht an einer fünfköpfigen Familie rechnete Kurz in der ORF-Pressestunde vor, dass ein Verkäufer mit Frau und drei Kindern monatlich 2500 Euro netto zur Verfügung hätte, eine fünfköpfige Familie im Asylverfahren hingegen 2660 Euro. Angesichts dieses Vergleiches ist jedwede Kritik bloße Haarspalterei. In der anschließenden Sendung „Hohes Haus“ durften sich dann Oppositionsvertreter über die vorangegangene Sendung echauffieren – ohne aber zu überzeugen. Denn vice versa verachten eigentlich jene, die die Kurz-Aussage kritisieren, wiederum alle Österreicher, die für ihr Geld arbeiten gehen (müssen).

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