Welser Automatisierungstechnik-Absolvent liefert zukunftsträchtiges Konzept

Der Welser Automatisierungstechnik-Absolvent Gerold Mühlehner MSc hat in seiner Masterarbeit eine Regel- und Betriebsstrategie entwickelt, die die Wirtschaftlichkeit von Sinteranlagen im Stahlerzeugungsprozess steigert. Der aus Altenberg bei Linz stammende Techniker hat für diese herausragende Arbeit den Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung 2013 und den Mechatronik-Preis 2013 erhalten.

Im Zuge des Erzabbauprozesses entstehen Stück- und Feinerze. Im Gegensatz zu den Stückerzen, können Feinerze nicht direkt dem Hochofenprozess zur Stahlerzeugung zugeführt werden. Sie werden durch eine geeignete Vorbehandlung erst zu Stücken „zusammengebacken“. Diesen Vorbehandlungsschritt nennt man das Sintern von Eisenerzen.

Energieaufwand reduzieren
Um den Anlagenbetrieb wirtschaftlich rentabel zu gestalten, besteht zum einen die Notwendigkeit die Produktionsmengen an die aktuelle wirtschaftliche Situation anzupassen und zum anderen die hohen prozessbedingten Energieaufwände zu reduzieren. „Bisher wurden zur Sinterung enorme Energiemengen für den Prozess benötigt – ganz egal, welche Produktionsmenge gefordert wurde. Das war der Anstoß zu meiner Masterarbeit, in der ich ein geeignetes Regelungskonzepts für solche Anlagen entwickelt habe“, erklärt Mühlehner.

Der 31jährige Gerold Mühlehner hat in seiner Masterarbeit eine Regel- und Betriebsstrategie entwickelt, um zukünftig die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen zu verbessern. „Das Resultat ist ein zukunftsträchtiger Konzeptvorschlag, der die benötigten Energieaufwände optimal an den Sinterprozess anpasst und dadurch die wertvolle Energie einspart“, so Mühlehner. Dieses neuartige Konzept hat für die Wirtschaftlichkeit der Sinteranlagen eine hohe Bedeutung. „Eine Energiereduktion bedeutet nicht nur eine enorme Kosteneinsparung, sondern ermöglicht auch eine nachhaltige Energieversorgung“, freut sich Mühlehner.

Mathematische Algorithmen regeln die optimale Gebläseleistung
Realisiert hat der Automatisierungstechniker dieses Konzept mit Hilfe von mathematischen Modellen und regelungstechnischen Algorithmen. Diese ermöglichen, dass die Gebläseleistung bei einer Produktionsdrosselung heruntergefahren wird. Wie bei einem herkömmlichen Heizofen wird durch die Reduzierung des „Zuges“ auch der Sintervorgang beeinflusst.

Nur 5 FH-Absolventen in Österreich ausgezeichnet
Gerold Mühlehner MSc hat den Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung 2013 erhalten. Dieser Preis wird an nur 5 FH-Absolventen in Österreich vergeben.
Außerdem wurde er kürzlich mit dem Mechatronik-Preis 2013 ausgezeichnet.

Nähere Infos
Detaillierte Informationen zum FH-Studium Automatisierungstechnik sind erhältlich unter www.fh-ooe.at/at